Johannes Daniel Falk: „Die Menschheit“
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00:00:03: Johannes Daniel Falk, die Menschheit, Weimar, den vierten November, achtzehnhundertfünfundzwanzig.
00:00:13: Halb ist jedes Werk uns überlassen.
00:00:18: Halb gehört es dem Himmel an.
00:00:21: Kann der Menschen Demut dies nicht fassen?
00:00:25: So verirrt er sich von seiner Bahn.
00:00:29: Geisters schreiten still und ungesehen mit den künftigen Geschicken uns zur Seite, überall im See, Auf Berg und Höhen werken Engel, der Natur ihr Kleid.
00:00:43: Deine Wiesen kannst durch Kunst du wässern, dass er grün den Augenwohl gefällt.
00:00:51: Aber kannst du auch den Quell vergrößern, der aus Berg und Wolken niederfällt?
00:00:59: Wo der Erde Früchte sich erneuen, sind auch Himmelswächter angestellt.
00:01:06: und versagen sie dir das Gedein, front dir nicht, was auch dein Fleiß bestellt.
00:01:15: Was in unermesslichen Gebieten dein Hand, dem Schoß, der Erde enttrinkt, nimmer kannst du Sonnen- und Mondgebieten, das ihr Strahl es zur Entfaltung bringt.
00:01:30: Und so ist's im Handeln aller Arten, weh dem blinden Stolz, der dies vergisst, der statt freudig still auf Gott zu warten, Sonn und Mond zu spielen sich ermisst.
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